Jens Getteman will den ADAC MX Masters Titel Foto: ADAC MX Masters
Jens Getteman will den ADAC MX Masters Titel Foto: ADAC MX Masters

Interview Jens Getteman

Diese Saison ist der Titel fällig!

Der Belgier spricht über seine Motivation in Deutschland zu fahren und seine Ziele in 2019.

Jens Gettemann kennt das ADAC MX Masters schon seit Kindesbeinen an und ist im deutschen Motocross eine feste Größe, seit er 2017 ins deutsche Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil wechselte und in den letzten Jahren gleich mehrere Titel in der Deutschen Meisterschaft gewonnen hat. Mit dem Masters-Titel hat es bisher jedoch noch nicht geklappt, wenngleich der Belgier schon zweimal auf dem Podium der Gesamtwertung stand. Im Alter von 25 Jahren hat Getteman mittlerweile seinen festen Platz im Leben gefunden und bezeichnet sich selbst als glücklichen Mann. Wir haben mit ihm über seine Beweggründe in Deutschland zu fahren gesprochen und ihn nach seinen Erlebnissen in der Motocross-Weltmeisterschaft gefragt.

Wie kommt es, dass ein belgischer Fahrer schon seit drei Jahren für ein deutsches Team in einer deutschen Meisterschaft fährt?
Das ging alles los, als ich noch sehr klein war. Ich bin schon mit der 85er beim ADAC MX Masters gefahren, deshalb kannte ich die Leute und die Abläufe hier schon in jungen Jahren und es hat mir immer gut gefallen. Als sich dann vor drei Jahren die Möglichkeit ergab für das Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil beim ADAC MX Masters zu starten, musste ich keine Sekunde überlegen.

Drei Jahre beim gleichen Team zu fahren ist heutzutage fast schon ungewöhnlich. Wie würdest du eure Zusammenarbeit beschreiben?
Ich kam damals aus der Motocross-Weltmeisterschaft und war wirklich überrascht wie viel Aufwand Harald und Tobias betreiben um alles perfekt vorzubereiten und ihre Fahrer glücklich zu machen. Wir arbeiten sehr gut zusammen und verstehen uns auch wirklich gut. Sie wissen genau, was ich brauche und wie ich ticke und ich verstehe auch was Ihnen wichtig ist. Es gibt also keinen Grund etwas an der Situation zu ändern.

Wie sieht es auf der technischen Seite aus? Bekommt ihr spezielle Teile von Kawasaki für dein Bike?
Nein, das nicht, aber wir haben mit RSE-Racing einen wirklich guten Motortuner der uns nahezu perfekte Motoren macht. Mein Bike ist genauso, wie ich es haben möchte.

Im Jahr 2018 warst du Gesamtdritter, 2017 Gesamtzweiter des ADAC MX Masters - können wir dich dieses Jahr ganz oben auf dem Treppchen erwarten?
Na ja, ich wollte natürlich schon in meinem ersten Jahr die Meisterschaft gewinnen. Aber eine Saison ist lang und es kann viel passieren. Bisher gab es immer ein paar kleine Problemchen oder Verletzungen, die mich eingebremst haben. Aber vielleicht wird das dritte Jahr meine Saison, wer weiß? In Drehna bin ich gut gestartet, Möggers war etwas schwieriger aber in Mölln bin ich wieder sehr gut gefahren. Mal schauen, wie sich das Jahr weiterhin entwickelt. Noch ist alles offen!

Viele Leute denken, weil du aus Belgien kommst, bist du automatisch ein Sandspezialist, aber du bist auch auf harten Strecken schnell unterwegs.
Ich habe in dieser Hinsicht keine Vorlieben. Ich fahre gerne im Sand aber auch genauso gerne auf harten Lehmböden. Als Belgier landet man da schnell in einer Schublade, aber wenn du eine Meisterschaft gewinnen willst, musst du auf allen Strecken schnell sein und darfst dir keine Schwächen erlauben.

Du warst 2013 belgischer Meister und bist dann schon sehr jung in die Motocross-Weltmeisterschaft gewechselt. Was hast du in dieser Zeit erlebt?
In meinen jungen Jahren bin ich zusammen mit Max Anstie, Jeffrey Herlings und den ganzen Top-Jungs um die Wette gefahren. Bis zu diesem Jahr, war damals alles wirklich gut verlaufen, aber dann begann eine schwierige Zeit mit vielen Verletzungen. Ich habe es versucht, aber es ist nicht Jedem vergönnt an der Spitze der WM mitzufahren. Wenn ich sehe, was ich heute habe, bin ich sehr zufrieden damit. Ich arbeite hart und gebe alles was ich habe, um Rennen und Meisterschaften zu gewinnen. Trotzdem ist mein Leben jetzt viel angenehmer, denn in meiner Zeit in der WM verspürte ich einen fast unmenschlichen Druck. Jetzt mache ich mir meinen Druck eher selbst und komme gut damit klar. Ich fühle mich wirklich stark und konkurrenzfähig und von mir aus kann es noch viele Jahre so weitergehen wie derzeit. So lange mein Körper mitspielt, genieße ich meine Zeit hier beim ADAC MX Masters.

Letzte Frage, was sind deine Ziele für dieses Jahr?
Ich will ganz klar den Titel! Das ist es, wofür ich arbeite und trainiere. Die Plätze zwei und drei hatte ich schon, dieses Jahr ist Platz eins dran und ich werde alles geben, um ihn zu erreichen!

Saison 2020