Jeremy Seewer holte sich die Pole in Gaildorf Foto: ADAC MX Masters
Jeremy Seewer holte sich die Pole in Gaildorf Foto: ADAC MX Masters

Jeremy Seewer fährt in Gaildorf auf Pole Position

Hofer und Längenfelder in den Nachwuchsklassen vorne

Jeremy Seewer startet von der Pole Position in die fünfte Runde des ADAC MX Masters. Edvards Bidzans gewinnt erstes Rennen im ADAC MX Junior Cup 85.

Auf der top präparierten Strecke "Auf der Wacht" in Gaildorf wurde Jeremy Seewer (Monster Energy Yamaha Factory MXGP Team) seiner Favoritenrolle gerecht und markierte mit 1:45.897 Minuten die schnellste Rundenzeit des Tages. Damit wird der Schweizer am Sonntag von der Pole Position ins Rennen gehen. "Es ist natürlich immer ein gutes Gefühl, wenn man sich als erster Fahrer seinen Startplatz aussuchen kann", freute sich der Yamaha-Werksfahrer. "Es macht richtig viel Spaß hier in Gaildorf zu fahren, die Strecke ist sehr gut vorbereitet und hat einfach ein tolles Layout. Ich bin im Moment in sehr guter Form und werde natürlich morgen versuchen zu gewinnen. Aber das ist nie einfach, man benötigt einen guten Start und es darf nichts schiefgehen. Aber ich bin guter Dinge."

Auch Tanel Leok (A1M Husqvarna), der in der ersten Qualifikationsgruppe die schnellste Zeit (1:47.122 Minuten) fahren konnte, sieht Seewer als Favorit für die beiden Rennen am Sonntag. "Wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich kaum, dass er hier zu schlagen sein wird", zollt der Este seinem Konkurrenten Respekt. "Er ist im Moment die Nummer zwei in der Welt und das wird man nicht einfach so. Ich selbst habe mich heute ein wenig müde gefühlt, ich hatte eine ziemlich anstrengende Woche und war auch noch nicht ganz zufrieden mit der Abstimmung meines Bikes. Wir werden morgen im Warmup noch ein paar Kleinigkeiten ausprobieren, mal sehen wie es laufen wird."

Jens Getteman (Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil), der aktuell Führende in der ADAC MX Masters-Klasse wird am Sonntag von Startplatz acht ins Rennen gehen. Der Belgier büßte zwar eine gute Sekunde auf Leok ein, zeigte sich jedoch nicht beunruhigt deshalb. Genauso wenig wie Dennis Ullrich (Bodo Schmidt Motorsport/Husqvarna), der Startplatz fünf erreichen konnte. "Am Samstag gibt es weder etwas zu gewinnen noch Punkte zu holen", so der Kämpfelbacher. "Nur die beiden Rennen am Sonntag zählen." MX2-WM-Star Henry Jacobi, kämpfte in der Qualifikation mit dem Hubraumhandicap seiner 250er Maschine aus der WM. "Gerade hier ist es natürlich nicht einfach gegen die 450er-Fahrer eine schnelle Rundenzeit zu fahren", so der amtierende ADAC MX Masters-Champion. "Aber morgen im Rennen kann das auch ganz anders aussehen."

ADAC MX Youngster Cup

In der ersten Qualifikationsgruppe lieferten sich mit Jeremy Sydow (DIGA-Procross Husqvarna) und Rene Hofer (KTM Junior Racing) zwei der derzeit dominierenden Fahrer im ADAC MX Youngster Cup ein Duell um die Bestzeit. Hofer gelang schon relativ früh eine fabelhafte Runde, die bis zum Ende des Qualifikationstraining Bestand haben sollte. "Die Strecke war in einem fantastischen Zustand und ich habe eine sehr gute Runde erwischt", freute sich der Österreicher. "Zwar nicht perfekt, aber ohne groben Fehler. Jetzt freue ich mich auf die beiden Rennen am Sonntag." Sydow starte zum Ende der 20-minütigen Session noch einmal eine Attacke auf die Zeit von Hofer und markierte an der ersten Zwischenzeit tatsächlich eine neue Bestzeit, musste den Versuch jedoch wenig später sichtlich frustriert abbrechen, weil er in Verkehr geraten war und von langsamer fahrenden Piloten eingebremst wurde.

In der zweiten Qualifikationsgruppe gaben mit Mikkel Haarup (Rockstar IceOne Husqvarna Factory Racing) und Jan Pancar (Yamaha) gleich zwei Fahrer aus der MX2-Weltmeisterschaft den Ton an. Haarup fuhr zwar die schnellste Zeit, war aber trotzdem nicht ganz zufrieden mit sich selbst. "Ich hatte einfach kein gutes Gefühl auf dem Bike", ärgerte sich der Däne. "Aber die Strecke ist wirklich super und macht richtig Spaß. Es ist zwar nicht einfach zu überholen, aber im Rennen wird sich das schon regeln. Ich möchte auf jeden Fall morgen den Sieg holen!"

ADAC MX Junior Cup 125

Erneut war es Simon Längenfelder (WZ-Racing/KTM), der das Geschehen im ADAC MX Junior Cup 125 dominieren konnte. Der Franke legte gleich zu Beginn der Qualifikation eine schnelle Zeit vor und konnte im Anschluss gleich mehrmals scheinbar mühelos die Attacken seiner Verfolger abwehren. "Ich habe deutlich bessere Spuren gefunden als im freien Training", freute sich Längenfelder. "Mein Mechaniker hat mich immer informiert, was die Konkurrenz macht und so hatten wir alles im Griff. Jetzt hoffe ich, dass es am Sonntag bei den Rennen auch wieder so gut klappt."

Längenfelders Dauerkonkurrent Mike Gwerder (KINI KTM Junior Pro Team) musste sich in Gaildorf auch Liam Everts (Team KTM Liamski) geschlagen geben und sich mit Startplatz drei abfinden. Mit Camden McLellan konnte sich ein weiterer Rookie ganz weit vorne auf Rang vier platzieren.

ADAC MX Junior Cup 85

Im ADAC MX Junior Cup 85 wurde am Samstag bereits der erste Wertungslauf gefahren und die zahlreichen Fans bekamen eine erneute Machtdemonstration von Meisterschaftsleader Edvards Bidzans zu bestaunen. Der Lette hatte bereits in der Qualifikation die schnellste Runde gedreht und fackelte auch im Rennen nicht lange. Noch in der ersten Runde setzte sich der 14-Jährige an die Spitze und baute im Anschluss rasend schnell seinen Vorsprung aus. "Mein Start war nicht optimal, aber danach konnte ich schnell die Spitze übernehmen und mein eigenes Rennen fahren", berichtete Bidzans. "So kann es gerne am Sonntag noch einmal laufen."

Sacha Coenen (Grizzly Yamaha Junior Team INDG) zeigte einen guten Start, hatte dann jedoch eine Schrecksekunde zu überstehen, als er nach einer missglückten Landung kurz neben die Strecke ausweichen musste. "Das hat mich viele Plätze gekostet", ärgerte sich der Belgier. "Deshalb war an den Sieg nicht mehr zu denken, aber ich konnte mich wieder auf Platz zwei nach vorne kämpfen. Morgen will ich es noch besser machen." Valentin Kees (Kosak Racing Team) erwischte keinen guten Start fuhr jedoch ein starkes Rennen und wurde dafür mit einem Platz auf dem Treppchen belohnt. "Meine Starts muss ich wohl noch ein wenig üben", ärgerte sich der Bayer. "Nach ein paar Runden fand ich jedoch einen guten Rhythmus und konnte mich nach vorne verbessern."

Saison 2019