Foto: ADAC MX Masters
Foto: ADAC MX Masters

Streckenvorstellung Grevenbroich mit Schiffer

Zum ersten Mal gastiert das ADAC MX Masters auf dem Trainingsgelände des MSC Grevenbroich

Der zweifache ADAC MX Masters Champion Marcus Schiffer kennt seine Heimatstrecke so gut wie kaum ein anderer Fahrer und stellt die Strecke vor.

Das Gelände besitzt gleich mehrere MX Strecken, von der Anfängerbahn über verschiedene Kinderstrecken bis hin zu drei vollwertigen Motocrossbahnen, von Tiefsand bis hin zu festem Untergrund. Bekannt ist "Das Loch" vor allem für seine Sandstrecken, die ganzjährig viele internationale MX-Profis und Werksteams zum trainieren und Testen anlockt. Das ADAC MX Masters wird auf der "Sommerbahn" ausgefahren, die einen fahrerisch und konditionell herausfordernden Mix aus Sandboden und vielen Sprüngen bietet.

Marcus Schiffer über die Besonderheiten der "Sommerbahn"

1. DIE QUAL DER WAHL
Beim Start ist erfahrungsgemäß der fünfte oder sechste Platz von innen die beste Position um hoffentlich als Erster in die schnelle Startkurve zu kommen. In der Splitlane nach der folgenden Helferbox ist die innere Spur etwas schneller, aber nur, wenn man den kleinen Doppelsprung sauber springen kann. Bei nachlassenden Kräften wählen viele Fahrer dann die kraftsparendere Außenspur. Ähnlich muss man sich drei Kurven später entscheiden, ob man den Sprung in der Kurve weit über die folgende Bodenwelle springt - was schneller ist, aber auch riskanter, da man die korrekte Richtung beim Absprung schlecht einschätzen kann - oder auf Nummer sicher geht und kurz springt.

2. WACHSAM SEIN
Im Laufe des Tages werden sich an vielen Stellen die Spuren tief ausfahren und man muss ein offenes Auge dafür haben, wie sich die Strecke verändert. Oft ist die schnellste Linie zu Rennbeginn am Ende nicht mehr die beste Wahl. Bei drei Wertungsläufen an einem Wochenende muss man hier definitiv mit seinen Kräften haushalten. Ich persönlich nutze zum Beispiel die Gerade vor dem Ziel mit den drei Sprüngen gerne, um meine Arme etwas zu lockern, da man dort kaum Zeit gewinnen kann. An anderen Streckenteilen kann es sich dagegen lohnen etwas Kraft zu investieren, da man dort mit einer guten Fahrtechnik auf einen Schlag viel Zeit gut machen kann.

3. SCHWUNG MITNEHMEN
Die langgezogene Rechtskurve kurz vor dem Ende der Runde ist eine der wichtigsten Stellen auf der Strecke. Hier kann man viel Zeit verlieren. Wenn man mit einer schlechten Spurenwahl nicht genügend Schwung aus der Kurve raus nehmen kann, fehlt einem dieser auf der folgenden, leicht bergauf gehenden Geraden. Ich versuche die Kurve möglichst weit außen anzufahren, dann stark nach innen zu ziehen, um mich dann wieder so weit nach außen treiben zu lassen, so dass ich am nächsten Sprung ganz links heraus komme. Generell wird es auf der Sommerbahn schwierig werden zu überholen und eine clevere Spurenwahl sowie gute Kondition werden entscheidend sein.

Saison 2020